Die Entstehung des Bürgertreffs Grüntal

Die rege Tätigkeit der Vereine, insbesondere die kirchliche Jugendarbeit, zeigte im Laufe der Jahre einen Bedarf an zusätzlichen Veranstaltungsräumen. Für Bürgerversammlungen der Ortschaft Grüntal-Frutenhof gab es keinen Raum mit genügendem Platz. Es war vor allem der Kirchengemeinderat, der auf eine Vergrößerung des Raumangebotes drängte. Man erwog einen Neubau kirchlicher Räume. In zunächst inoffiziellen Besprechungen zwischen dem Kirchengemeinderat und dem Ortschaftsrat machte sich schnell die Erkenntnis breit, dass die Folgekosten für möglicherweise zwei Erweiterungsbauten (Kirchengemeinde und bürgerliche Gemeinde) nicht zu finanzieren sind. So einigten sich Kirchengemeinderat und Ortschaftsrat darauf, eine gemeinsame Lösung anzustreben, und zwar im Zusammenhang mit dem "alten" Schulhaus in Grüntal. Bei der Stadtverwaltung traf man auf offene Ohren, zumal die Kirchengemeinde schon einen namhaften Betrag an Spenden gesammelt hatte und die bürgerliche Gemeinde zum einen einen Bauplatz aus dem Erlös beim Farrenstall-Verkauf zur Verfügung stellen konnte und zum anderen eine Zusage für eine namhafte Spende vorweisen konnte. Von nun an ging es unbürokratisch rasch voran: das Bauamt, unter Federführung von Rudolf Müller, lieferte eine Bestandsaufnahme und nach der Raumbedarfsermittlung einen ersten Plan für einen Umbau und einen Anbau im bzw. am "alten" Schulhaus in Grüntal. Bürgermeister Link stellte zusammen mit Reinhold Beck vom Amt für Bildung, Familie und Sport einen Antrag auf Förderung aus dem Programm "Entwicklung ländlicher Raum". Schon im Mai 2009 wurde der Bauplan in einer gemeinsamen Sitzung von Ortschafts- und Kirchengemeinderat vorgestellt und von beiden Gremien für gut befunden. Im Altbau soll ein größerer Saal mit 200 Sitzplätzen entstehen. In einem Anbau, der barrierefrei erreichbar ist, wird im Erdgeschoss eine Küche und die Sanitäranlagen eingerichtet. Im Untergeschoss entstehen Versammlungsräume, die vornehmlich der kirchlichen Jugendarbeit dienen sollen. Da das "alte" Schulhaus unter Denkmalschutz steht, musste Planer Rudolf Müller behutsam vorgehen: So ergab sich als Lösung ein Anbau an das "alte" Schulhaus, das nur durch ein verbindendes Glaselement an den Altbau angedockt ist. Die Finanzierung des Bauvorhabens mit rund 560.000 Euro soll durch einen Zuschuss aus dem Programm "Entwicklung Ländlicher Raum" in Höhe von 165.000 Euro durch eine Beteiligung der Evangelischen Kirchengemeinde in Höhe von 116.000 Euro und durch eine Spende über den Förderverein in Höhe von 40.000 Euro für den städtischen Haushalt erträglich machen. Im November 2009 wurden in einer gemeinsamen Sitzung von Ortschaftsrat und Kirchengemeinderat zwei Vereinbarungen beraten und beschlossen, nämlich die Vereinbarung über Bau und Finanzierung und über die Nutzung, Unterhaltung und Bewirtschaftung des Bürgertreffs. Hier wurde geregelt, dass die Bewirtschaftung durch einen noch zu gründenden Förderverein erfolgen soll. Für diesen Förderverein hat die Stadtverwaltung einen Satzungsentwurf gefertigt. Dieser wurde von Ortschaftsrat und Kirchengemeinderat beraten und jeweils einstimmig beschlossen. Damit war der nächste Schritt vorgezeichnet: Ein Förderverein "Bürgertreff Grüntal" musste gegründet werden. Zur Gründungsversammlung hatten der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Reinhard Stoll, und Ortsvorsteher Willi Armbruster eingeladen. Am 30. November 2009 erschienen ca. 100 Bürgerinnen und Bürger aus Grüntal-Frutenhof. Ortsvorsteher Willi Armbruster begrüßte neben den erschienen Bürgerinnen und Bürgern insbesondere Oberbürgermeister Julian Osswald, Bürgermeister Gerhard Link, Stadtbaumeister Rudolf Müller und Pfarrer Mülller. Oberbürgermeister Julian Osswald und Bürgermeister Gerhard Link stellten den Versammelten das Bauvorhaben vor. Sie betonten die Erforderlichket der Baumaßnahme, denn der große Zuspruch zu dieser Gründungsversammlung zeige deutlich auf, dass in Grüntal-Frutenhof ein größerer Versammlungsraum erforderlich sei. Bürgermeister Link betonte, dass wegen des großen bürgerschaftlichen Engagement eine hohe Förderquote aus dem Programm ELR möglich werde. Baumamtsleiter Rudolf Müller stellt die Planungen vor und erläutert diese. Oberbürgermeister Julian Osswald rief zum Mitmachen im Förderverein auf. Er führte wörtlich aus: "In aller Offenheit sage ich, dass ich das Bauvorhaben unterstützen werde, aber keine Zusage geben kann, dass das Vorhaben schon im Jahre 2010 verwirklicht werden kann." Er forderte dazu auf, im Förderverein Mitglied zu werden. Am 13. Januar 2010 erfolgte die Gründungsversammlung im "alten" Schulhaus. Durch Zuruf wurde Ortsvorsteher Willi Armbruster als Versammlungsleiter vorgeschlagen und ohne Gegenstimme in dieses Amt gewählt. Der Satzungsentwurf wurde von Reinhold Beck erläutert. Er erklärte, dass diese Satzung mit dem Finanzamt und dem Registergericht abgesprochen seien. Damit sei, wenn der Verein im Vereinsregister eingetragen ist, der Status eines "eingetragenen Vereins" und die Gemeinnützigkeit des Vereins anerkannt. Mittlerweise hatten sich 59 Bürgerinnen und Bürger durch Unterschrift als Mitglieder des neuen Vereins eingetragen. Damit konnte der Satzungsentwurf beschlossen werden. Die Mitglieder des neuen Vereins gaben der neuen Satzung ohne Gegenstimme ihr Zustimmung. Die anschließende erste Wahl zum Vorstand des Vereins ergab, jeweils mit großer Mehrheit: Erster Vorsitzender wurde Rainer Harr, zweiter Vorsitzender wurde Andreas Lörcher, Kassierer wurde Wolfgang Hartmann und Otto Dewitz wurde Schriftführer. Nach Vorberatungen im Ausschuss für Infrastruktur und im Ortschaftsrat fasste der Gemeinderat am 18. Mai 2010 den Baubeschluss und die Aufhebung des Sperrvermerks im Haushaltsplan der Stadt Freudenstadt. Zuvor ging bei der Stadtverwaltung die Zusage für die Förderung des Bauvorhabens aus dem Programm ELR ein. Unter Beteiligung von Kirchengemeinderat und Ortschaftsrat erstellte das Freudenstädter Bauamt die Baupläne, die im Juni 2010 genehmigt wurden. Daraufhin konnten die ersten Baumaßnahmen vergeben werden. In Anwesenheit von Oberbürgermeister Osswald, Bürgermeister Link, den Planern, der Ortschaftsräte mit Ortsvorsteher Armbruster, den Mitgliedern des Kirchengemeinderates mit dem Laienvorsitzenden, Reinhard Stoll und Pfarrer Müller und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung erfolgte am 26. August 2010 der symbolische "erste Spatenstich". Freude war den Mitgliedern von Kirchengemeinderat und Ortschaftsrat ins Gesicht geschrieben, wurde doch jetzt das gemeinsame Bauvorhaben "Bürgertreff Grüntal" Wirklichkeit. Zufrieden waren beide Gremien: die harmonische Zusammenarbeit zeigte heute augenscheinlich ihre Früchte.

Schriftführer Otto Dewitz ( April 2011)